Archive for Oktober 2007

 
 

Theater Bremen

Am ver­gan­genen Woch­enende fand in Bre­men der leg­endäre Freimark­t­sumzug statt. Spiel­mannszüge (sogar aus Gronin­gen und Köln), aller­lei Vere­ine und andere, die mein­ten dabei sein zu müssen, bevölk­erten die Innen­stadt. Offiziell wird von bis zu 250.000 Zuschauern gemunkelt (die Stadt Bre­men selbst hat etwa 500.000 Ein­wohner). Inter­es­sant war der Wagen des Bre­mer The­aters (neuerd­ings heißt es The­ater Bre­men wg. des neuen Inten­dan­ten Hans Joachim Frey). Hof­fentlich stellt dieser Wagen nicht den neuen “Geist” des Hauses dar.

Theater Bremem auf dem Freimarktsumzg

Pein­lich, Peinlich!

II">Stadtautobahn II

Auch andere haben die Prob­lematik erkannt und darüber hin­aus noch andere Prob­leme iden­ti­fiziert. Die taz vom Woch­enende beschreibt es als “exem­plar­isches Chaos”, der ADFC als “lebens­ge­fährliche Män­gel” die an der neugestal­teten Kreuzung — mit Steuer­mit­teln ver­steht sich — einge­baut wor­den sind.

Stadtautobahn

Die Bre­mer Verkehrspoli­tik zeich­net sich ja nun ins­beson­dere durch Halb­heiten, lange Umset­zungsphasen und Konzepte aus den 60er Jahren aus, als damit kalkulierte wurde, daß Bre­men ein­mal min­destens 800.000 Ein­wohner haben würde. Die Ver­bre­iterung der Schwach­hauser Heer­straße ist so ein Bespiel für eine kom­plett unnötige Verkehrspoli­tik. His­to­rie und Geschehnisse kann man hier nach­le­sen. Abge­se­hen von den ökol­o­gis­chen Fol­gen, ganz nach der bewehrten Meth­ode: Mehr Straße = Mehr Verkehr, kam es ganz offen­sichtlich zu groben handw­erk­lichen Fehlern. Der voher vorhan­dene Fußweg fehlt jetzt kom­plett und der Rad­weg ist auch nur noch halb so breit wie vorher.

Ohne Fußweg!

Ein weit­erer Ein­druck der heuti­gen Situation

Platz für Verkehr

Zum Ver­gle­ich, so sah es vorher aus:

Schwachhauser Heerstraße mit Bäumen

Shanghai

Wer hätte das gedacht: Shang­hai ist viel kleiner als gemein­hin angenom­men. Bisher wurde in unter­schiedlichen Quellen eine Ein­wohn­erzahl von 18 Mil­lio­nen Men­schen angegeben. Tat­säch­lich wohnt dort nie­mand. Bei einem Besuch heute Nach­mit­tag kon­nte ich mich mit eige­nen Augen überzeu­gen, daß Shang­hai gän­zlich unbe­wohnt ist, die Größe gar mehr als deut­lich übertrieben (man beachte das park­ende Auto hin­ten links).

Polska

Die Polen haben gewählt: 41,4 Prozent der Stim­men erhielt die konservativ-liberale Bürg­er­plat­tform (PO), die bish­erige Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) erhielt 32,2 Prozent. Die Kom­mentare zu dieser Wahl gehen von einer deut­lichen Verbesserung der Zusam­me­nar­beit zwis­chen Polen und dem Rest von Europa aus. Es bleibt dem zukün­fti­gen Min­is­ter­präsi­den­ten Don­ald Tusk alles Gute für die Zukunft zu wün­schen — hof­fentlich ist sein Name nicht Programm!

Vorwärts wech!?

Ich ver­suche es mal auf diesem Wege. Ich benutze eine kleine Apfel-Tastatur und diese hat nur eine “Linkslöschtaste” (Rückschritt). Unter 10.3 kon­nte ich mir mit uControl/Powerdelete eine Tas­tenkom­bi­na­tion zuweisen um nach rechts/vorwärts zu löschen, unter 10.4 läuft das Pro­gramm uCon­trol lei­der nicht. Kennt da jemand eine andere Möglichkeit? Über Hin­weise würde ich mich freuen.

Ischa Freimaak!

Bre­mens soge­nan­nte Fün­fte Jahreszeit hat begonnen. Der 972. Freimarkt hat begonnen. Jubel, Trubel, Heit­erkeit — zumin­d­est für diejeni­gen, die größere Men­schen­men­gen mögen, die unter einem nicht uner­he­blichen Alko­hole­in­fluß stehen.

Das Ehepaar Sengstake wirbt für den Bremer Freimarkt

*) Das neue Logo hat mir nicht gefallen. Daher lieber dieses hier mit dem Ehep­aar Sen­gstake, geze­ich­net von Volker Ern­st­ing.

Darfur

Der Krieg in Dar­fur/Sudan geht weiter — Grund­sät­zlich sind alle Men­schen in dieser Region davon betrof­fen. Seit min­destens fünf Jahren wer­den die Men­schen ver­trieben (etwa zwei Mil­lio­nen) oder getötet (etwa 200.000). Vor eini­gen Tagen wurde die Stadt Muha­jar­ija ange­grif­fen, wie die Hil­f­sor­gan­i­sa­tion Ärzte ohne Gren­zen berichtet. Immer­hin ver­sucht die Bun­desregierung ganz konkret über den “Kon­flikt” in Dar­fur zu sprechen. Ob das wohl aus­re­icht, ich habe da meine Zweifel. Einen guten Überblick über die Sit­u­a­tion kann man sich auch bei Amnesty Inter­na­tional ver­schaf­fen. Im Hin­blick auf die kom­mende Abstim­mung im Bun­destag über die weit­ere Beteili­gung Deutsch­lands an der Oper­a­tion Endur­ing Free­dom soll­ten ganz offen­sichtlich die Pri­or­itäten überdacht werden.

Bad Godesberg

Vom 26. bis zum 28. Okto­ber findet in Ham­burg der Pro­gramm­parteitag der SPD statt. Hier soll das neue Parteipro­gramm, auch bekannt als „Ham­burger Pro­gramm“, das „Berliner Pro­gramm“ ablösen. Span­nend ist natür­lich die his­torische Entwick­lung der Pro­gramme, hieß es vor 1959 (also vor dem Godes­berger Pro­gramm) noch „Das Ziel der Arbeit­erk­lasse kann nur erre­icht wer­den durch die Ver­wand­lung des kap­i­tal­is­tis­chen Pri­vateigen­tums an den Pro­duk­tion­s­mit­teln in gesellschaftliches Eigen­tum.“ Wurde auf dem Parteitag in Bad Godes­berg das Pro­gramm dahinge­hend reformiert, das „das pri­vate Eigen­tum, auch an Pro­duk­tion­s­mit­teln, … Anspruch auf Schutz und Förderung [hat], soweit es keine Machtkonzen­tra­tion darstellt. Es darf daher nicht enteignet wer­den.“ Aber trotz entschei­den­der Änderun­gen ist in der Rückschau nicht alles schlecht gewe­sen in diesem Programm:

Grund­forderun­gen für eine men­schen­würdige Gesellschaft

Alle Völker müssen sich einer inter­na­tionalen Recht­sor­d­nung unter­w­er­fen, die über eine aus­re­ichende Exeku­tive ver­fügt. Der Krieg darf kein Mit­tel der Poli­tik sein.

Alle Völker müssen die gle­iche Chance haben, am Wohl­stand der Welt teilzunehmen. Entwick­lungslän­der haben Anspruch auf die Sol­i­dar­ität der anderen Völker.“

Oder auch folgendes:

Eigen­tum und Macht

Ein wesentliches Kennze­ichen der mod­er­nen Wirtschaft ist der ständig sich ver­stärk­ende Konzen­tra­tionsprozeß. Die Großun­ternehmen bes­tim­men nicht nur entschei­dend die Entwick­lung der Wirtschaft und des Lebens­stan­dards, sie verän­dern auch die Struk­tur von Wirtschaft und Gesellschaft:

Wer in den Großor­gan­i­sa­tio­nen der Wirtschaft die Ver­fü­gung über Mil­lio­nen­werte und über Zehn­tausende von Arbeit­nehmern hat, der wirtschaftet nicht nur, er übt Herrschafts­macht über Men­schen aus; die Abhängigkeit der Arbeiter und Angestell­ten geht weit über das Ökonomisch-Materielle hinaus.

Wo das Großun­ternehmen vorherrscht, gibt es keinen freien Wet­tbe­werb. Wer nicht über gle­iche Macht ver­fügt, hat nicht die gle­iche Ent­fal­tungsmöglichkeit, er ist mehr oder min­der unfrei. Die schwäch­ste Stel­lung in der Wirtschaft hat der Men­sch als Verbraucher.

Mit ihrer durch Kartelle und Ver­bände noch gesteigerten Macht gewin­nen die führen­den Män­ner der Großwirtschaft einen Ein­fluß auf Staat und Poli­tik, der mit demokratis­chen Grund­sätzen nicht vere­in­bar ist. Sie usurpieren Staats­ge­walt. Wirtschaftliche Macht wird zu poli­tis­cher Macht.

Diese Entwick­lung ist eine Her­aus­forderung an alle, für die Frei­heit und Men­schen­würde, Gerechtigkeit und soziale Sicher­heit die Grund­la­gen der men­schlichen Gesellschaft sind.

Die Bändi­gung der Macht der Großwirtschaft ist darum zen­trale Auf­gabe einer frei­heitlichen Wirtschaft­spoli­tik. Staat und Gesellschaft dür­fen nicht zur Beute mächtiger Inter­es­sen­grup­pen werden.“

Wie gesagt, das war 1959.

Fort­set­zung folgt …

Leopard

Die Gerüchte haben sich bestätigt: Der Leop­ard kommt Ende diesen Monats! ;-)